Alastair Reynolds: Eversion
Geschrieben von Ralph Troppmann am Dienstag, 6. Januar 2026 in Literatur
Alastair Reynolds: Eversion. Gollancz, London 2022. ISBN: 978-0-575-09077-4, 306 pages
Die Romane von Alastair Reynolds lese ich sehr gerne, sie handeln meist von Science Fiction in ungewöhnlichen Settings. So auch hier, wobei diese Geschichte eher unerwartet auf einem Segelschiff in vergangener Zeit beginnt. Unser Hauptcharakter ist Doktor Silas Coade, der Schiffsarzt auf einem nicht gerade erstklassigen Schiff. Neben der Mannschaft befinden sich einige weitere Passagiere an Bord, gemeinsam befindet man sich auf einer Expedition, es geht um eine geheimnisvolle Bucht auf einer Insel im Polarmeer. Wenn es gerade nichts zu tun gibt, schreibt Silas an einem Roman und hat immer wieder sehr unruhige Träume. Diese Schlaflosigkeit und die Seekrankheit versucht er mit bestimmten Medikamenten zu beherrschen.
Im Verlauf der Handlung kommt es zu anfangs etwas verwirrenden Entwicklungen, man meint, der Doktor kommt bei einem Unfall zu Tode, doch tritt er weiter auf. Zunächst könnte man meinen, es habe sich um einen Traum gehandelt, doch hat sich auch das Schiff geändert und scheinbar auch die Zeit. Als erneut eine tödliche Situation auftritt, kommt es erneut zu einer Veränderung in Materie und Zeit. Daraus entwickelt sich ein zunehmend rasantes Spiel um die Suche nach den Hintergründen - und welche Rolle die mysteriöse Passagierin Cossile spielt.
Ein interessantes Buch, anfangs war ich aufgrund des unerwartet historischen Settings etwas irritiert, doch schnell vermochte es der Autor, mich durch die vielen Wendungen zu fesseln. Die stetige Weiterentwicklung in der Zeit ist ein sehr interessanter Aspekt, den er hier sehr gut in die Rahmenhandlung eingewoben hat. Für Freunde des Autors, aber auch für alle, die sich auf ein ungewöhnliches Geflecht aus Abenteuer und Zeitsprüngen einlassen möchten meine Empfehlung.

