Octavia E. Butler: Xenogenesis
Geschrieben von Ralph Troppmann am Montag, 2. März 2026 in Literatur
Octavia E. Butler: Xenogenesis. Heyne, München 2004 (1987). ISBN: 978-3-453-32228-8, 974 Seiten
Von unserer Heldin Lilith erfahren wir erst nach und nach, wie sie in diese fremdartige Umgebung gekommen ist. Diese stellt sich als besonderes Raumschiff der Oankali, einer außerirdischen Rasse, heraus. Zunächst befindet sie sich in Gefangenschaft und wird verhört, mit der Zeit jedoch bekommt sie ihre Freiheit zurück. Sie überwindet ihre anfängliche Abscheu und lebt und lernt unter den Oankali. Von diesen gibt es drei Geschlechter: Männer, Frauen und Ooloi, auch die familiären Konstellationen sind anders als von der Erde gewohnt. Die Oankali reisen durchs Universum, um neue Genstrukturen zu entdecken und sie mit ihrer eigenen Genstruktur zu verbinden.
Der Grund für Liliths Anwesenheit auf dem Raumschiff, und auch vieler anderer Menschen ist, dass die Oankali sie vor den Folgen eines Atomkriegs gerettet haben. Doch auf der Erde leben weiter Menschen, die als Widerständler bewusst den Kontakt zu den Oankali meiden. Nach einer Vorbereitungszeit werden einige Menschen zusammen mit einigen Oankali zurück auf die Erde geschickt, wo sich die Dinge anders entwickeln, als man es sich vorgestellt hat.
Der Roman ist in drei Bücher, und diese wiederum in Teile und Kapitel gegliedert. Die Bücher beschreiben Geschehnisse, die einige Jahre auseinanderliegen. Den besonderen Reiz haben für mich die Unterschiede zwischen den drei Geschlechtern sowie zwischen Menschen und Oankali, später auch noch einer dritten Art ausgemacht. Auch die Entwicklungsprozesse und Motivation der Oankali sind ausführlicher Bestandteil der Geschichte, ebenso wie die Ängste und Handlungen der Menschen auf der Erde, die mich unser menschliches Verhalten hat reflektieren lassen.
Alles in allem eine einzigartige Story, wie ich finde. Zwischendrin gab es für mich zwar ein paar Längen, doch gelang es der Autorin, das Ende durchaus spannend und stimmig auszugestalten. Als Mainstream würde ich das Buch nicht einordnen, eine gewisse Offenheit für Experimente sollte man als Leser schon mitbringen, der Lohn ist ein durchaus zum Nachdenken anregendes Gedankenexperiment.
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