Andreas Eschbach: Ausgebrannt
Geschrieben von Ralph Troppmann am Montag, 13. April 2026 in Literatur
Andreas Eschbach: Ausgebrannt. Weltbild, Augsburg 2007. ISBN: 978-3-8289-9098-2, 749 Seiten
Der Inhalt dieses Romans könnte aktueller nicht sein, wobei - Ölkrisen gab es in den vergangenen Jahrzehnten ja durchaus häufiger. So begleiten wir Markus Westermann auf einen langweiligen Job in die USA, wo er die Lokalisierung für eine Finanzsoftware erledigen soll. Doch er hat einen Traum: einen Büroturm mit seinem Namen drauf. Er will also an das ganz große Geld, und auf einer Fahrt durchs Land trifft er auf genau die richtige Person, einen Österreicher, der die ultimative Methode entwickelt hat, mit der man ganz sicher immer Erdöl findet. Die beiden tun sich zusammen und beginnen, die Idee umzusetzen.
Erste Ansätze sind erfolgreich, ein Spezialauftrag in der Golfregion entwickelt sich jedoch ganz anders als gedacht. Als dort die Ölförderung schlagartig einbricht, kommt es zu einer immer größer werdenden Krise. Geheimdienste haben ihre Finger im Spiel, es entwickelt sich ein sehr spannender Ablauf der weiteren Ereignisse.
Die Geschichte fand ich sehr spannend zu lesen. Der Autor nutzt geschickt den Wechsel zwischen verschiedenen Handlungssträngen und blendet immer wieder zwischen der Vergangenheit und dem Heute hin und her, das sorgt für Abwechslung. Die Dramatik der Ereignisse schildert eindrücklich, was durch einen deutlichen Einbruch in der Ölförderung weltweit passieren könnte und bleibt dabei stets plausibel, gut recherchiert durch den Autors. An einigen Stellen hatte ich tatsächlich neue Erkenntnisse gewonnen, auch wenn es sich um ein rein fiktionales Geschehen handelt. Von mir gibt es eine absolute Empfehlung.
Chris Miller: Chip War
Geschrieben von Ralph Troppmann am Freitag, 3. April 2026 in Literatur
Chris Miller: Chip War. Simon&Schuster, London 2022. ISBN: 978-1-3985-0412-7, 431 pages
Der Untertitel gibt den Inhalt vor: The Fight for the World's Most Critical Technology. Das Buch rangiert für mich zwischen Geschichtsschreibung, Ökonomielehrbuch, Technikreportage und Politikthriller. Dementsprechend dürfte es auch für eine breite Leserschaft interessant sein, auch wenn das Thema "Halbleiter" die meisten zunächst gar nicht ansprechen dürfte.
Man erfährt vieles über die Anfänge der Chipindustrie, Transistoren und integrierte Schaltkreise, klangvolle Namen wie Intel, Fairchild, AMD, TMSC, um nur einige zu nennen. Auch die Gründer und Hauptakteure werden ausgiebig vorgestellt. Die Entwicklung von Garagenfirmen zu weltumspannenden Konzernen mit bis dahin unvorstellbaren Umsätzen und Börsenwerten wird hier sehr schön, schrittweise und konsequent aufgebaut beschrieben. Als Mensch mittleren Alters kann ich mich an viele der einzelnen Begebenheiten und Entwicklungen erinnern und freue mich über die vollständige Darstellung und Einordnung. Aber auch für weniger Eingeweihte ermöglicht das Buch einen sehr guten Einblick in die Branche, ohne sich in technische Details zu verlieren, die Menschen stehen im Mittelpunkt.
Ich fand es sehr spannend und kurzweilig zu lesen, die skizzierten geopolitischen Verstrickungen ermöglichen es mir, aktuelle Nachrichten besser einzuordnen. Auch für Entscheider ist dieses Wissen wichtig, um die drohenden oder bereits bestehenden Abhängigkeiten bewerten zu können und sich um Lösungen zu bemühen. Für Nutzer digitaler Technologie, und das sind wir alle, halte ich das für eine wichtige Lektüre.
Seite 1 von 1, insgesamt 2 Einträge

