Sonntag, 1. November, 2026

Agenten auf Infinity Pro

So, ich möchte mal wieder etwas über ein paar IT-Basteleien schreiben, hier speziell um die Nutzung von KI.

Seit vielen Jahren begleitet mich treu mein Tuxedo Infinity Pro 13v3, ein kleines und leichtes Linux-Notebook. Auf dem läuft TuxedoOS, eine angepasste Variante von Kubuntu, zuvor war ich da auch mit Budgie recht zufrieden.
Mit TuxedoOS bin ich auch sehr zufrieden, das läuft schnell, stabil und pflegt sich selbst unaufdringlich. Dank dem nachträglich eingebauten LTE-Modem bin ich ultra-mobil, kleinere Problemchen lassen sich dank leicht zu öffnendem Gehäuse auch schnell mal selbst beheben.

Zuletzt hatte ich Omarchy auf einem miniPC getestet, fand es ganz interessant, das Thema ist aber wieder eingeschlafen. Jetzt erschien die neue Version 4 “Quattro”, daher wollte ich dem eine weitere Chance geben. Also schnell eine alte SSD aus der Kiste gekramt und zusätzlich eingebaut, es war noch Platz für eine 2,5” SATA-Platte. Die Installation war in unter 5 Minuten erledigt, sogar anfangs mit funktionsfähigem Dual-Boot. Das ging mir dann aber nach einem oder zwei Neustarts irgendwie wieder verloren, mit etwas Gebastel tut es jetzt aber wieder. Interessant ist, dass ich zwei unabhängige, vollverschlüsselte SSDs betreiben kann, booten über Limine, Bootmanager von Omarchy, erlaubt die Menüauswahl des tatsächlich zu bootenden Systems.

Omarchy setzt sehr stark auf Tastaturbedienung und virtuelle Desktops, beides geht nach kürzester Zeit sehr flüssig, ich vermisse das auf anderen Rechnern mittlerweile. Die Fenster ordnen sich selbst an, Hyprland betreibt dieses interessante und aus meiner Sicht durchaus coole Konzept.
Ein weiterer Aspekt ist die direkte Integration von Agenten in das Betriebssystem. Elsa, meine Hermes-Agentin bekomme ich nicht so ohne weiteres zum Laufen - es wird nur eine lokaler Hermes Desktop angeboten, aber ich habe mir schnell ein Shell-Script vibe-coden lassen, dass mir die Hermes-CLI auf meinem VPS öffnet, das sieht dann auch aus wie lokal. Nur Zugriff auf den Rechner selbst habe ich damit nicht.
Also habe ich zusätzlich Google Gemini installieren lassen, was erst einmal fehlschlägt. Kurze Recherche ergab, dass man nach Umstellung des Update-Channels von Stable auf Edge gleich das neue Google Antigravity installieren kann - das funktioniert super. Da ich aktuell an einer Universität eingeschrieben bin, habe ich gleich den 75 % Rabatt auf den Google AI Pro Plan genutzt und hier integriert. Damit habe ich ein Frontier-Modell direkt in das Betriebssystem integriert, der Agent wird mit Super+Shift+Control+A aufgerufen, im Fenster mit der CLI, das sieht nerdig aus und ist echt schnell.

Screenshot_Antigravity.png

Das coole ist, dass egal was ich am Rechner ändern möchte, Design, Script, Funktion oder was auch immer, von dem Agenten erledigt wird.
Schon cool, aber auch beängstigend - man muss schon aufpassen, was man da alles zulässt und welche Rechte man dem Wichtel einräumt. Ich gehe auch davon aus, dass ich die Installation öfter mal neu aufsetzen werden muss, da vermutlich auch mal wichtige Funktionen dran glauben werden müssen. Es gibt zwar eine Art Manifest mit Regeln, die der Agent seitens Omarchy berücksichtigen muss, aber man weiß ja nie…

Die Tastaturbedienung macht richtig Laune, es geht alles viel schneller, auch durch die schlanken CLI-Tools, inklusive NeoVIM. Der Fork von VIM, dem Nerd-Tools schlechthin, ermöglicht die konsistente Bedienung und mit etwas Auffrischung bin ich auch wieder in die Bedienung gekommen. Bösen Gerüchten zufolge ist eine der häufigsten Suchanfragen im Netz, wie man VIM wieder beendet… 😉

Die Arbeit mit den virtuellen Desktops drängt sich hier mit Hyprland geradezu auf. Doch ich habe es sogar auf Archie, meinem produktiven XPS15 unter Fedora aktiviert, damit geht die Umschaltung zwischen verschiedenen Fenstern einfach sehr viel schneller von der Hand. Bei Omarchy geht das noch viel intuitiver, Super+Zahl wechselt die Desktops, Super+Shift+Zahl verschiebt das aktuelle Fenster auf den jeweiligen Desktop.

Ich konnte mich bei der Arbeitsreise dieses Wochenende gerade noch bremsen und habe das XPS mitgenommen, Windows 11 + Fedora 44.
Aber bei der nächsten Runde wird mich das Infinity begleiten, es ist auch kleiner und leichter. Einziger Nachteil ist, dass es noch ein 19 V Netzteil braucht, aber das ist immerhin erfreulich klein und leicht, ich brauche halt dann ein extra USB-C Ladegerät fürs Pixel. Aktuell schiele ich daher immer mal mit einem Auge auf etwas aktuellere, ultraportable Notebooks, das neue XPS13 ist schock, hat aber nur noch USB-C, oder eines der aktuellen ThinkPads X irgendwas. Mal sehen…

Der Vorteil des Antigravity ist, dass ich mich komplett im Abo bewege - mit Elsa über Openrouter sind in letzter Zeit schon einige Millionen Tokens durchgelaufen, und die kosten am Ende auch richtig Geld.