Sonntag, 8. November, 2026

Andreas Eschbach: Das Jesus-Video

Andreas Eschbach: Das Jesus-Video. Bastei-Lübbe, Köln 2014 (1998). ISBN 978-3-404-17035-7. 701 Seiten

Zur Abwechslung mal ein Thriller, der mehr oder weniger in der Jetzt-Zeit spielt. Ort der Handlung ist Israel, mit späteren kleinen Szenen in den USA und Großbritannien. Die Geschichte beginnt mit einer Ausgrabungsstätte im heiligen Land, Stephen hilft mit anderen Studenten bei der Suche und Dokumentation archäologischer Funde, darunter auch die Israelin Judith, auf die er ein Auge geworfen hat.

Eines Tages macht Stephen einen sehr ungewöhnlichen Fund: ein Skelett und daneben eine Plastiktüte mit der Anleitung für eine Videokamera, die noch gar nicht auf dem Markt ist. Zuerst glaubt er an einen Scherz seiner Kollegen, das Skelett und das Papier werden aber auf ein Alter von etwa 2.000 Jahren datiert. Ungewöhnlich an dem Skelett ist, dass es moderne Zahnkronen und weitere Spuren von Behandlungen zeigt, die nur in der heutigen Zeit möglich sind.
Die Grabungen werden eingestellt, der Finanzier, ein amerikanischer Medienmodul, wittert eine einmalige Chance. Es muss sich bei dem Toten um einen Zeitreisenden handeln, und wenn es eine Gebrauchsanleitung gibt, muss es auch die dazu gehörende Kamera geben. Und wenn Aufnahmen vor etwa 2.000 Jahren entstanden sind, könnten die das Leben und Sterben Jesu Christi zeigen.
Er setzt alles daran, diesem Geheimnis auf den Grund zu kommen und gleichzeitig den maximalen Profit daraus zu schlagen.
Stephen wiederum stellt auf eigene Faust Nachforschungen an, da es ihm nicht gefällt, dass er bei der Entdeckung nicht weiter berücksichtigt wird.
Es entspannt sich ein zunehmend spannender Wettlauf mit überraschenden Wendungen.

Ich finde dieses Buch sehr spannend geschrieben, zwischendrin gab es nach meinem Gefühl ein paar kleinere Längen, was dem Gesamtbild für mich aber keinen Abbruch tut. Die Handlung ist gut beschrieben, die auftretenden Charaktere hätten an der einen oder anderen Stelle noch etwas farbiger erscheinen können. Doch der rote Faden entspinnt sich zunehmend dramatischer, nachdem sehr mächtige und geheimnisvolle Akteure die Bühne betreten. Gegen Ende wird es ein wirklicher Thriller, flacht dann etwas ab und bringt auf den letzten Seiten noch eine Wende, die die ganze Geschichte in einem anderen Licht strahlen lässt.
Ein gutes Buch, keine 100 %, aber dennoch empfehlenswert.