Paolo Cognetti: Das Glück des Wolfes. Penguin, München 2021. ISBN 978-3-328-60203-3, 203 Seiten
Der Autor Paolo Cognetti beschreibt in seinem Roman Das Glück des Wolfes eine Episode aus dem Leben unterschiedlicher Menschen. Die Handlung spielt großteils in der Bergregion um den Monte Rosa in Italien.
Der Schriftsteller Fausto ist in die Bergregion gezogen, um sich nach der Trennung von seiner Frau in der Ruhe und Abgeschiedenheit der Berge wieder auf das Schreiben zu besinnen. Die junge Silvia könnte man unter anderem als Weltenbummlerin bezeichnen, beide arbeiten in der Ski-Saison zufällig im selben Restaurant. Dieses wird betrieben von Babette, die jedoch den Sommer über das Restaurant schließt und ihre eigenen Wege verfolgt.
Zwischen Fausto und Silvia entwickelt sich eine romantische Beziehung, aber auch zu den oftmals rauen Bewohnern des Ortes und überhaupt zu dieser Gebirgsregion entwickelt Fausto ebenfalls eine immer tiefer gehende Beziehung.
Der Autor schreibt in einem unaufgeregten, leichten und durchaus schönen Stil über die wenigen Hauptpersonen, die alle ihre eigene Geschichte haben und aus unterschiedlichen Gründen an diesen Ort gekommen sind. Die Handlung ist aus meiner Sicht nicht besonders spektakulär, wird aber häufig und stimmig durch Beschreibungen der Landschaft und Natur ergänzt.
Im Rückblick fand ich den Roman sehr angenehm und flüssig zu lesen, es gab wenig überraschende Wendungen. Hier hätte ich mir etwas mehr Tiefe und in insgesamt auch etwas mehr Umfang gewünscht, die gut 200 Seiten waren in zwei Abenden gelesen. Dennoch hat mir das Buch gut getan, ich fand es entspannend und es regt zum Nachdenken an über die Gegensätze von eher schnellem und materiell geprägtem Stadtleben zu jahreszeitlich geprägtem Leben in rauer Natur.